225 Jahre Edelkornbrennerei Rosche

225 Jahre Edelkornbrennerei Rosche

Große Feier zum Jubiläum in Haselünne mit vielen Gästen

Die Edelkornbrennerei Rosche in Haselünne hat ihren 225. Geburtstag gefeiert. Um dem Gästeansturm Herr zu werden, hatte das Unternehmen ein großes Festzelt zwischen den Modehäusern Schröder und Wübben aufbauen lassen.

Haselünne. Vor genau 314 Jahren war das Unternehmen als Landwarenhandel gegründet worden, später ging dann die Brennerei daraus hervor. Zu Beginn der Feier statteten die Gäste Susanne und Josef Rosche einen kurzen Besuch in den Produktionsstätten an der Neustadtstraße ab. Hier konnte, wer wollte, noch einen Einblick in die Arbeitsweise des Unternehmens nehmen, das seinen Weizen selbst anbaut, um so die stets gleichbleibende Qualität der Kornbrennerei sicherzustellen.

Während des großen Festaktes im Festzelt sagte Geschäftsführer Josef Rosche, dass man nicht in erster Linie auf Zahlen angewiesen sei, sondern auf Menschen, welche die Wertschätzung für das hätten, was sie leisteten. „Wir erleben diese 225 Jahre als Kornbrennerei wie ein großes Geschenk, über das wir uns sehr freuen“, fügte Ehefrau Susanne Rosche hinzu.

Dank an Beteiligte

Diese lange Zeitstrecke sei erst durch die Vorfahren, Kunden, Lieferanten, Politiker, die Familie und sämtliche Mitarbeiter möglich gewesen, sagte die Diplom-Ökotrophologin. Unter den Gästen befanden sich die Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann und Albert Stegemann (CDU), der Landtagsabgeordnete Bernd-Carsten Hiebing (CDU), Erster Kreisrat Martin Gerenkamp sowie Haselünnes Bürgermeister Werner Schräer. Mit den Geldgeschenken zum Jubiläum will das Unternehmen verschiedene Hilfsorganisationen und Verbände unterstützen. Unter anderem erhält LandsAid, vertreten durch Gabriele Breuckmann, einen Betrag für eine Reise, die sie in den nächsten Tagen nach Haiti führen wird.

In einer kurzweiligen Rückschau blickten das Ehepaar Rosche und die gebürtige Haselünnerin Eva-Maria Jazdzejewski, die heute in Münster mit der placebo-Agentur Eventmanagements betreut, auf die erfolgreiche Geschichte des nach wie vor in Familienhand befindlichen Unternehmens. „Man kann die Qualitätsunterschiede riechen“, freute sich Josef Rosche über den, früher wie heute, hohen Standard der Produkte.

Als besonderer Gast wurde Mechthild Schimmöller-Rosche empfangen, die von 1975 bis in das Jahr 2007 geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens war. Sie sei, wie Josef Rosche anmerkte, eine der wenigen Frauen, die sich in einer solch herausgehobenen Position in der Brennereibranche habe behaupten können.

Festredner Staatssekretär Hermann Onko Aeikens vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft meinte, dass bei der Betrachtung der Geschichte des Emslandes dieses sich vom Armenhaus Deutschlands zu einer ‚der‘ prosperierenden Regionen entwickelt habe. „Es hat Ihnen und den Kunden gutgetan, dass die Edelkornbrennerei Rosche beim ‚echten Korn‘ geblieben ist“, lobte er die Familie für ihre Weitsicht, ein erfolgreiches Unternehmen zu führen, das heute in der fünften Generation betrieben wird.

Korn sei bis heute, zumindest im Norden und im Osten, ‚die‘ Spirituose schlechthin, meinte der Gast aus Weener. Obwohl schon Ende des 15. Jahrhunderts gebrannt worden, habe es bis in das Jahr 1907 gedauert, bis auch für den Korn ein gesetzliches Reinheitsgebot erlassen worden sei, ging Aeikens weit in die Geschichte des Getränks zurück. Mittlerweile sei dieses Gebot auch EU-rechtlich abgesichert, erklärte Aeikens. „Korn darf lediglich aus Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Buchweizen hergestellt werden.“ Wichtig sei, dass Zusatzstoffe wie Zucker oder Farbstoffe verboten seien. „Korn ist sauber, was ihn sympathisch macht.“ Leider gebe es heute in Deutschland heute nur noch rund zwanzig selbstvermarktende Kornbrennereien.

„Haselünner Kornstreit“

Lob erging auch an die Stadt Haselünne, die zu Recht den Namen Korn- und Hansestadt trage, zollte er dem anwesenden Werner Schräer seinen Respekt für eine erfolgreich arbeitende Kommune. Zu der in Haselünne geführten Diskussion, welche der drei Brennereien denn nun die älteste sei, riet er allen Beteiligten, diese mit Humor zu führen. „Ein Theaterstück ‚Der Haselünner Kornstreit‘ würde den Ruf der Stadt mehren“, war sich Aeikens sicher. Josef Rosche entgegnete aus dem Publikum, dass es eigentlich keine Frage gebe, wer die Älteste sei, um eine Menge Gelächter zu ernten.

 

Quelle: Meppener Tagespost – Lokales – vom 18.03.2017
Autor: Heiner Harnack
Foto: Heiner Harnack