Zu wenig Unterricht an den BBS

Zu wenig Unterricht an den BBS

Kritik an Kultusministerin

Die Unterrichtsversorgung an den Berufsbildenden Schulen habe sich weiter verschlechtert. Das beklagen die Landtagsabgeordneten Bernd Busemann und Bernd-Carsten Hiebing.

pm Meppen. „Während die niedersächsische Wirtschaft händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften sucht, leidet die Kultusministerin offenbar unter einer gestörten Wahrnehmung“, schließen die emsländischen CDU-Landtagsabgeordneten Bernd Busemann aus Dörpen und Bernd-Carsten Hiebing aus Haren aus der Antwort der Ministerin auf eine CDU-Anfrage im Niedersächsischen Landtag. „Statt über Smartphones und Tablets in Abschlussprüfungen zu fabulieren, sollte die Ministerin ihr Augenmerk lieber auf die weiter sinkende Unterrichtsversorgung an den Berufsbildenden Schulen (BBS) im Land richten“, fordern die beiden Landespolitiker in einer Presseerklärung.

Neuer Tiefstand

Wie das Kultusministerium habe einräumen müssen, ist der statistische Wert für die Unterrichtsversorgung an den BBS zum letzten Stichtag (15.11.2016) auf einen neuen Tiefstand gesunken: Er lag im Schuljahr 2016/17 bei landesweit durchschnittlich nur noch 88,1 Prozent. Im Vorjahr 2015/16 waren es noch 88,6 Prozent.

Betroffen seien auch die BBS in Meppen und Papenburg. In Meppen betrug die Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2016/17 zum Stichtag 15.11.2016 nur 83,5 Prozent gegenüber 84,9 Prozent in 2013. Auch in Papenburg weist die Statistik für die gewerblich/kaufmännischen Schulen eine Verschlechterung der Unterrichtsversorgung auf 87,7 Prozent aus. Im Jahr 2013 hatte der Wert noch 89,9 Prozent betragen. An der gewerblichen BBS Lingen betrug die Versorgung 2013 93,8 Prozent, 2016 88,7 Prozent.

70 von 131 niedersächsischen BBS haben im laufenden Schuljahr 2016/17 eine schlechtere Unterrichtsversorgung als im vorigen Jahr. 29 Schulen mussten sogar mit einer Unterrichtsversorgung von unter 85 Prozent zurechtkommen. Inzwischen schlügen auch die Wirtschaftskammern Alarm.

„Was nützt es uns, wenn eine der Säulen unserer weltweit gelobten ,Dualen Ausbildung‘ demnächst nicht mehr tragfähig ist?“, fragen Busemann und Hiebing. Handel und Handwerk stellten seit Jahren bereitwillig betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung. Da könnten sie zu Recht verlangen, dass die Landesregierung für eine ordentliche Ausstattung der berufsbildenden Schulen sorgt, so die CDU-Abgeordneten.

Quelle: Meppener Tagespost – Kreis Emsland – vom 11.05.2017, Pressemitteilung von Bernd Busemann und Bernd-Carsten Hiebing
Foto: Symbolfoto